Wenn ein Jude in den frühen Morgenstunden in deinem Haus auftaucht, und das auch noch ausgerechnet dort, wo der Nationalsozialismus das Licht der Welt erblickt hat, dann ist es wahrscheinlich, dass man ein erhebliches Maß an Unbehagen verspürt. Angst. Unglauben. Paranoia
In der heutigen Zeit würde man weder Angst, Unglauben noch Paranoia bekommen, wenn man einen Juden vor seinem Haus entdeckt. Doch damals war dies anders. Es gab viele Menschen, die Juden in ihren Häusern versteckten und die meisten bereuten es. Warum? Man wurde selbst in Konzentrationslagern verhaftet wegen „verbotswidrigen Umgangs mit Juden“. Zwar gab es für dieses „Vergehen“ keine offizielle Todesstrafe, aber Angst, Quälerei und Schrecken gehörten dem Alltag an.
„ Es war Juni. Es war Deutschland. Die Dinge standen kurz vor dem Abgrund. Liesel war sich dessen nicht bewusst. Alles, was für sie zählte, war die Tatsache, dass der Jude in ihrem Keller nicht entdeckt worden war. Ihren Pflegeeltern würde kein Leid geschehen“.
- Artikel 1 Grundgesetz: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“.
Wurde die Würde des Menschen wirklich in Konzentrationslagern geachtet? Hatte ein Jude recht auf Würde? Die Frage kann sich jeder beanworten. Ein Wort wie Würde gab es im 2. Weltkrieg nicht. Sie mussten sich in Kellern verstecken. So wie Max, der von Liesels Familie aufgenommen wurde. Monatelang, jahrelang versteckten sie sich in Kellern, um zu überleben. Muss sich ein Mensch wirklich verstecken? Und warum muss er sich verstecken?