Frankreich 1944, Zweiter Weltkrieg:
Der kleine Ort Oradour-sur-Glane in Frankreich war bis zum 10. Juni 1944 vom Zweiten Weltkrieg kaum berührt. Im Ort waren nur ein paar vor den deutschen Besatzern geflüchtete Juden und Evakuierte aus den vom Krieg betroffenen Teilen Frankreichs.
Jedoch kamen am Mittag des 10. Juni 1944 150 Mann einer SS-Division in Oradour an und umstellten den Ort. Die SS-Leute trieben alle Einwohner auf dem Marktplatz zusammen. Kranke, die nicht auf den Marktplatz gehen konnten, wurden gleich in ihren Häusern erschossen. Frauen und Kinder wurden von den Männern getrennt und in die Kirche weggeführt. Die Männer wurden in mehreren Scheunen von SS-Männern erschossen. Die die noch nicht gleich tot waren, starben in den Flammen, nachdem die Soldaten die Scheunen angezündet hatten. Alle Häuser, ganz Oradour brannte.
In einer Scheune überlebten sechs Männer das Massaker und konnten fliehen. Auf der Flucht wurde ein Mann von den SS-Männern erschossen.
Es gelang nur wenigen Einwohner sich zu verstecken, unter ihnen drei Kinder einer jüdischen Familie, die in Oradour Zuflucht gefunden hatten.
In die Kirche, in der die Frauen mit den Kindern eingeschlossen waren, zündeten die SS-Männer offensichtlich eine Gasbombe. Die SS-Männer feuerten von der Kirchentür aus mit Maschinengewehren in die Menge und warfen Handgranaten. Nur eine Frau konnte sich von all den Frauen und Kindern Oradours, die man in der Kirche zusammengetrieben hatte, retten. Das Dorf wurde, bevor die SS-Division es in Brand steckte, geplündert. Oradour war völlig zerstört.In dem am 11. Juni 1944 vom Standartenführer formulierten „Tagesbericht für den 10./11.6.1944“ für das Panzergrenadier-Regiment 4 „Der Führer“ heißt es bezüglich Oradour: „Ergebnisse: 548 Feindtote – 1 eigene Verwundete“.
Die Verbrechen der Deutschen wurden als Erfolge dargestellt. Männer der SS und der Wehrmacht plünderten, vergewaltigten und mordeten.
Nach damals geltendem Kriegs- und Völkerrecht war es zulässig, Geiseln zu erschießen, um Anschläge auf Soldaten abzuwehren und um die Besatzungsherrschaft zu sichern. Die deutsche Wehrmacht nutzte diese Möglichkeit in ganz Europa einem verbrecherischen Ausmaße. 10.000te Zivilisten wurden in Frankreich, Norwegen, Italien, Serbien und Griechenland erschossen.
Jedoch gab es Handlungsspielräume. Jeder Einzelne entscheidet, wie er sich in einer gegebenen Situation verhält. Ob er einen Befehl ausführt oder nicht. Die Verantwortung für sein Tun, trägt jeder selbst.